Juni 2011
16 Einträge
Mit der Rückennummer 3 wird Saskia Bartusiak bei der Frauen-WM 2011 einlaufen.
Die 1982 gebohrene Frankfurterin spielt - wie vermutet - erfolgreich beim 1. FFC Frankfurt als Abwehrspielerin. In der Nationalmannschaft seit 2007, sie absolvierte bisher 40 Nationalmannschaftsspiele.
Abwehrspielerin mit der 2: Bianca Schmidt.
Bianca Schmidt wurde 1990 in Gera geboren, spielt derzeit beim 1. FFC Turbine Potsdam. Seit 2009 spielt sie in der Nationalmannschaft und hier absolvierte sie bis heute 15 Länderspiele. Mit Turbine Potsdam wurde sie 2010 Champions_League-Gewinnerin.
Nadine Angerer genannt Matze ist 1978 in Lohr am Main gebohren. Sie spielt für den 1. FFC Frankfurt und in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dieser wurde sie 2003 und 2007 Weltmeisterin - und vermutlich auch 2011. Sie hat seit 1996 schon 97 Länderspiel-Einsätze zu verzeichnen.
Erstmal allgemein … Was ist das eigentlich?? (Wikipedia 2011)
Frauenfußball bezeichnet die Sportart Fußball, wenn sie von Frauen ausgeübt wird. Der von Frauen gespielte Fußball unterscheidet sich in Bezug auf Regelwerk, Spielweise, Taktik und Strategie nicht vom Fußball der Männer. Der Frauenfußball hat eine turbulente Geschichte – zeitweilig galt er als moralisch verwerflich – und kämpft in den meisten Ländern noch immer um gesellschaftliche Anerkennung.
zur GESCHICHTE:
Im 12. Jahrhundert beteiligten sich in Frankreich Frauen genau so wie Männer an einem Spiel namens la soule, einem Vorläufer des heutigen Fußballs. Auch bei den Inuit nahmen Frauen an einem fußballähnlichen Spiel teil.
Anfänge des modernen Fußballs in GroßbritannienAls 1863 Fußball durch die internationale Vereinheitlichung der Regeln zu einer Sportart wurde, spielten auch Mädchen an englischen Schulen dieses Spiel. 1894 wurde das erste britische Frauen-Fußballteam, die British Ladies, vermutlich von Netty Honeyball gegründet. Das erste Spiel der Fußballerinnen, England-Nord gegen England - Süd am 23. März 1895, das mit 7:1 endete, wurde von gut 10.000 Zuschauern verfolgt. Fußballerinnen trugen Hütchen auf den Köpfen und Röckchen über Knickerbocker, um den Anstand zu wahren.
Aufschwung zwischen den WeltkriegenDen größten Aufschwung erlebte der Fußball bei den Frauen während des ersten Weltkrieges. Die klassische Rollenverteilung wurde aufgehoben, weil die Männer in den Krieg zogen. Durch die gemeinsame Arbeit der Frauen entstand ein Gemeinschaftsgefühl, und die Vorherrschaft der Männer wurde von der Emanzipation in allen Bereichen durchbrochen. Fußball als klassische Männerdomäne wurde von den Frauen in Anspruch genommen.
In GroßbritannienIn den 1920er Jahren war „Frauenfußball“ auf der Insel eine große Publikumsattraktion. Jede größere Ortschaft hatte ihr eigenes Frauenteam. Das Spitzenspiel zwischen den Dick Kerr’s Ladies und den St. Helens Ladies in Everton im Jahr 1920 wurde von 53.000 zahlenden Zuschauern verfolgt.
In Frankreich![]()
![]()
In Frankreich wurden während des Ersten Weltkriegs die ersten Frauenteams gebildet. Wegen der ablehnenden Haltung der bestehenden Verbände gegenüber dem Frauensport gründeten diese einen eigenen Frauensportverband, die Fédération des Sociétés Féminines Sportives de France (FSFSF), und trugen unter dessen organisatorischem Dach bis 1932 regelmäßig Landesmeisterschaft und Pokalwettbewerb aus. 1920 kam es zur ersten internationalen Begegnung der Französinnen in England, bei der die Dick Kerr’s Ladies einen 2:1-Sieg gegen eine Auswahl von Spielerinnen der Pariser Vereine Fémina Sport, En Avant und Les Sportives erzielten. 1924 trug eine weibliche Équipe Tricolore gegen Belgien das erste einer Reihe von Länderspielen aus.
In DeutschlandIn Deutschland spielten Frauen um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert eine Art Fußball, bei dem sie sich im Kreis stehend den Ball gegenseitig zuspielten. Während der Frauenfußball in anderen europäischen Ländern in den 1920er Jahren einen ersten Höhepunkt erreichte, wurde der Sport in Deutschland kaum betrieben. Seine Wurzeln liegen wohl im akademischen Bereich, wobei man sich vergegenwärtigen muss, dass es in den frühen 1920er Jahren kaum mehr als 1.000 Studentinnen im Land gab. Das Spiel mit dem Ball nach Art der Männer galt für Frauen als moralisch verwerflich; so beschwerte sich der Deutsche Turnbund über in kurzen Hosen spielende Studentinnen der Deutschen Studentenvereinigung (DSV), solcherlei Auftreten sei “künftigen deutschen Akademikerinnen unangemessen”. (Wiki)
Erste organisierte Spiele von Studentinnen fanden im Rahmen der Deutschen Hochschulmeisterschaften 1922 statt. Das erste dokumentierte Ergebnis eines Spiels zwischen Frauenmannschaften im Jahr 1927 war ein 2:1 einer Münchner gegen eine Berliner Elf. 1930 entstand in Frankfurt der erste “Damen-Fußball-Club”; dieser konnte aber nur gegen Männermannschaften antreten und wurde nach vielfachen Protesten nach einem Jahr aufgelöst. In der Zeit des Nationalsozialismus passte der Frauenfußball nicht zu dem angestrebten Frauenbild und war daher politisch unerwünscht. Erst in den 1950er-Jahren kam es zu erneuten Bildungen von Frauenmannschaften als Verein oder Abteilung. In der DDR wurde 1968 mit der BSG Empor Mitte-Dresden die erste Frauenfußballmannschaft gegründet.
In PolenSeit Anfang des 20. Jahrhunderts organisierten sich polnische Frauen sporadisch zu Mannschaften und trugen vereinzelte Wettkämpfe aus. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit des polnischen Staates nahm diese Entwicklung kurzzeitig konkretere Formen an. Im September 1921 wurde im Sportverein Unja Poznan die erste offizielle Frauenfußball-Abteilung Polens gegründet. Über das weitere Schicksal dieser Mannschaft, deren Foto damals in der lokalen Presse erschien, ist bislang nichts bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass sie - vermutlich unter dem Eindruck der Proklamation der englischen Football Association - bereits wenige Monate nach ihrer Gründung wieder aufgelöst wurde.
VerboteAm 5. Dezember 1921 verbot die Football Association den Frauen in England die Benutzung der Stadien. Fußball sei für Frauen „nicht geeignet und sollte deshalb nicht gefördert werden“. Dies bedeutete faktisch das Ende des Frauenfußballs in Großbritannien, bis 1970 das Verbot wieder aufgehoben wurde.
Als das deutsche Männerteam 1954 die Fußball-Weltmeisterschaft gewann, kam in Deutschland die Diskussion um den Fußball der Frauen erneut auf. 1955 beschloss der DFB auf seinem Verbandstag, das Fußballspielen mit Damenmannschaften zu unterbinden. Er verbot den ihm angeschlossenen Vereinen, Frauenabteilungen zu gründen oder die Sportstätten zur Verfügung zu stellen. Trotzdem spielten Frauen weiterhin in eigenen Vereinen oder als Abteilungen von Vereinen, die nicht dem DFB unterstanden. 1956 kam es in Essen sogar zu einem inoffiziellen Länderspiel zwischen einer deutschen und einer niederländischen Auswahl, das 2:1 für Deutschland endete.
Wiederbelebung und Institutionalisierung in den 1970er JahrenAm 31. Oktober 1970 hob der DFB auf seinem Verbandstag in Travemünde das Frauenfußballverbot wieder auf. Es gab jedoch einige Auflagen: So mussten die Frauenteams wegen ihrer „schwächeren Natur“ eine halbjährige Winterpause einhalten, Stollenschuhe waren verboten und die Bälle waren kleiner und leichter. Das Spiel selbst dauerte nur 70 Minuten. Später wurde die Spielzeit auf 80 Minuten erhöht. Seit 1993 gilt auch bei den Frauen die Spielzeit von zweimal 45 Minuten. Schnell bildeten sich erste Ligen auf lokaler Ebene.
Im November 1971 empfahl die UEFA, den Frauenfußball wieder aufzunehmen. Man befürchtete, die Frauen würden sich abspalten und das nicht ohne Grund: Im November 1969 wurde die Confederation of Independent European Female Football gegründet, und 1970 veranstaltete der Spirituosenhersteller Martini & Rossi eine erste inoffizielle Frauenweltmeisterschaft, an der auch eine deutsche Mannschaft teilnahm.
In Berlin wurde 1971 der erste Verbandsmeister Deutschlands ermittelt. 1977 ernannte der DFB Hannelore Ratzeburg zur Referentin für den Frauenfußball. Auf ihre Initiative hin wurden mit dem Länderpokal und dem DFB-Pokal neue Wettbewerbe eingeführt. 1986 fasste der DFB auf seinem Verbandstag in Bremen den Entschluss, eine Bundesliga im Frauenfußball einzuführen.
Einführung internationaler Wettbewerbe![]()
![]()
![]()
![]()
Bereits 1975 wurde in Hongkong die erste Asienmeisterschaft veranstaltet, an der vier südostasiatische Mannschaften und die beiden ozeanischen Teams aus Australien und Neuseeland teilnahmen. 1983 folgte der 1. Women’s Oceania Cup mit vier Teilnehmern. Die UEFA veranstaltet seit 1984 die Fußball-Europameisterschaft der Frauen, zunächst in unregelmäßigen Abständen, seit 1997 alle vier Jahre. Rekordeuropameister ist Deutschland mit bislang sieben EM-Titeln.
Auf dem 45. FIFA-Kongress 1986 forderte eine Delegierte des norwegischen Fußballverbands dazu auf, den Frauenfußball stärker zu fördern. Beim damaligen FIFA-Präsidenten Havelange stieß das auf offene Ohren. Die erste Frauen-Fußball-WM fand 1991 in China statt. In der Folgezeit wurden wie bei den Männern alle vier Jahre Weltmeisterschaften veranstaltet. Amtierende Weltmeisterinnen sind die deutschen Frauen, die in der Weltrangliste derzeit auf dem 2. Platz stehen.
Als Qualifikation für die erste Weltmeisterschaft fanden auch 1991 die ersten Meisterschaften in Afrika mit letztlich vier Teilnehmern, in Mittel- und Nordamerika mit acht teilnehmenden Teams und in Südamerika mit drei Startern statt.
Seit 1996 ist Frauenfußball Teil des olympischen Programms. Im Gegensatz zu den Männern gibt es bei den Olympischen Spielen keine Altersbegrenzung für die Frauen, so dass dort die A-Nationalmannschaften antreten.
Im Jahr 2004 erntete Sepp Blatter, Präsident des Weltfussballverbandes FIFA, Kritik von Spielerinnen- und Frauenverbänden, nachdem er in Interviews im Schweizer Sonntagsblick gefordert hatte, dass die Sportkleidung der Fußballspielerinnen „femininer“ gestaltet werden solle. Diese Maßnahme sollte neue Geldgeber, etwa aus der Kosmetik- und Modeindustrie, anlocken. Blatter verglich seine Idee mit der Entwicklung im Volleyball. (Wikipedia)
Seit der Spielzeit 2001/2002 richtet die UEFA den UEFA Women’s Cup aus, den europäischen Meisterpokal der Frauen. Dieser wurde analog zum Männerwettbewerb zur Saison 2009/2010 in UEFA Women’s Champions League umbenannt. Seit 2009 veranstaltet die CONMEBOL das südamerikanische Äquivalent, die Copa Libertadoses Femenina.
Mittlerweile bewegt sich der Frauenanteil in der FIFA um die 10 Prozent; am höchsten liegt er in den USA mit 40 Prozent.
Frauenfußball heute![]()
![]()
![]()
![]()
Die höchste deutsche Spielklasse ist die Bundesliga. Ihre Einführung wurde 1989 beschlossen und zur Saison 1990/1991 nahmen 20 Mannschaften, eingeteilt in zwei Gruppen, den Spielbetrieb auf. Ende der 1990er Jahre war Frauenfußball in Deutschland zwar immer noch eine Randsportart, dennoch wuchs die Akzeptanz ebenso wie die Zuschauerzahlen langsam, aber stetig.
1989 schaffte die deutsche Nationalmannschaft erstmals die Qualifikation für die Europameisterschaft und gewann sie durch einen 4:1-Sieg gegen Norwegen. Als Siegprämie erhielt jede Nationalspielerin ein Kaffeeservice. Die Nationalmannschaft unter Gero Bisanz sammelte in den 1990er Jahren fleißig Titel. Tina Theune-Meyer löste am 1. August 1996 Gero Bisanz als Nationaltrainerin ab. Im Jahre 2001 wurde wieder eine Eurpameisterschaft in Deutschland ausgetragen. Die deutsche Mannschaft gewann wiederum das Finale, welches in Ulm ausgetragen wurde. 2003 wurde die deutsche Nationalmannschaft in den USA Weltmeister und erstmals zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt. 2007 konnte sie den WM-Titel unter der neuen Trainerin Silvia Neid in China verteidigen. Für den Weltmeistertitel 2007 gab es pro Spielerin eine Prämie von 50.000 Euro.
Seit ihrer Teilnahme an der Europameisterschaft 1989 errang die deutsche Frauennationalmannschaft, bis auf 1993, durchgehend den Titel des Europameisters und kam so zu mittlerweile 7 Europameister-Titeln. Im April 2009 wurde beim Freundschaftsspiel gegen Brasilien mit 44.825 Zuschauern ein neuer Zuschauer-Europarekord für ein Frauenfußballspiel aufgestellt und beim Spiel gegen die USA im Ende Oktober 2009 war die neugebaute Augsburger impuls arena mit 28.367 Zuschauern erstmals ausverkauft.
2011 wird die Frauenfußball-WM erstmalig in Deutschland stattfinden.
Die deutschen Vereine konnten bisher sechsmal den UEFA Women’s Cup, sowie dessen Nachfolger, die UEFA Women’s Champions League gewinnen.